Welche Vorteile bietet eine Sovereign Cloud für Unternehmen?
Eine Sovereign Cloud adressiert gleich mehrere strategische und operative Herausforderungen moderner IT-Umgebungen, die in der Praxis häufig erst dann sichtbar werden, wenn Cloud-Projekte bereits laufen.
Vor allem rückt sie die Themen Unabhängigkeit, Datenhoheit und Cloud-Datensicherheit in den Vordergrund. Unternehmen erhalten somit einen Rahmen, um innovative Cloud-Services zu nutzen, ohne dabei die Kontrolle über besonders sensible oder regulierte Daten aus der Hand zu geben.
Die wichtigsten Vorteile der Sovereign Cloud im Überblick:
- Unabhängigkeit und Kontrolle über Daten
- Datenhoheit und rechtliche Sicherheit
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
- Integrationsfähigkeit mit anderen Systemen (anbieterabhängig)
- Wirtschaftliche Vorteile und Risikominimierung
Im Folgenden werden diese Aspekte näher beschrieben.
Unabhängigkeit und Kontrolle über Daten
Ein zentrales Versprechen der Sovereign Cloud besteht darin, Unternehmen mehr Kontrolle über Speicherort, Verarbeitung und Zugriff auf Daten zu ermöglichen. Erreicht wird dies durch definierte Regionen und strikte Zugriffsmodelle, welche das Risiko ungewollter Datenabflüsse oder externer Eingriffe deutlich reduzieren.
Die wichtigsten Features in diesem Bereich:
- Fest definierte Datenstandorte (Data Residency) in bestimmten Ländern oder Staatenverbünden
- Technische und organisatorische Maßnahmen, um Zugriffe aus Drittstaaten zu begrenzen oder auszuschließen
- Transparente Audit- und Reporting-Funktionen, die Nachweise gegenüber Aufsichtsbehörden erleichtern
Datenhoheit und rechtliche Sicherheit
Datenhoheit bedeutet, dass ein Unternehmen die rechtliche, organisatorische und technische Hoheit über seine Daten behält. Die Sovereign Cloud zielt genau darauf ab, indem sie Verschlüsselung, Rollen- und Rechtemodelle sowie vertragliche Regelungen zu einem konsistenten Gesamtbild kombiniert.
Wichtige Bausteine der Datenhoheit sind:
- Verschlüsselung von Daten im Ruhezustand und bei der Übertragung
- Externe oder unternehmensseitige Kontrolle über Schlüssel im Sovereign Cloud Stack
- Klare Trennung von Mandanten und restriktive Zugriffsrechte für Provider-Mitarbeiter
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Trotz hoher Souveränitätsstandards kann eine Sovereign Cloud in vielen Ausprägungen ähnlich flexibel wie herkömmliche Public-Cloud-Modelle sein. Skalierbarkeit, Self-Service-Provisionierung und automatisierbare Plattformdienste sind auch in einem souveränen Umfeld verfügbar, wenn das Design entsprechend angelegt ist.
Damit dies gelingt, werden häufig moderne Plattformansätze genutzt. Einige Beispiele sind:
- Container-Orchestrierung (zum Beispiel mit Kubernetes) innerhalb eines Sovereign Cloud Stacks
- Platform-as-a-Service-Komponenten für Datenbanken, Integration und Analytics
- Automatisiertes Lifecycle-Management von Workloads mit Infrastruktur als Code.
Integrationsfähigkeit mit anderen Systemen
Je nach Anbieter lassen sich ERP-Systeme, branchenspezifische Anwendungen und Identitätsmanagement-Lösungen in souveräne Cloud-Umgebungen einbinden.
Die SAP Sovereign Cloud ist ein typisches Beispiel für eine solche Integrationsstrategie. Sie ermöglicht eine sichere Anbindung bestehender SAP-Systeme und bildet gleichzeitig regulatorische Anforderungen systemseitig ab.
Wirtschaftliche Vorteile und Risikominimierung
Wirtschaftlich betrachtet ist eine Sovereign Cloud kein kurzfristiges Sparmodell, sondern ein Instrument zur Risikominimierung und langfristigen Stabilität.
Zwar liegen die Einstiegskosten häufig über denen einer einfachen Public Cloud, dafür sinken langfristig Aufwände für Compliance, rechtliche Absicherung und Auditprozesse. Unternehmen gewinnen außerdem Planungssicherheit und reduzieren Abhängigkeiten, die sich später als kostspielig erweisen könnten.